Am Dienstag, 30.März 2010, wurde die Besetzung des alten Pharmaziegebäudes in der Schubertstraße 6 beendet. Die Hintergründe sind nicht ganz geklärt, aber es ist ein gutes Zeichen für die Grazer Studierenden.Einen Tag zuvor haben noch einige Besetzer und Sympathisanten das alte Pharmaziegebäude mit Graffiti ganzflächig "verschönert", am Dienstagvormittag stand dann in der Früh ein Security-Mann vor dem Eingang. Gerüchteweise hat das Rektorat der Universität Graz nach einem Lokalaugenschein die Zur-Verfügung-Stellung des Gebäudes an die Besetzer aufgekündigt, nachdem kein einziger Studierender im Gebäude anwesend war. Angeblich haben die Besetzer Türen zu den alten Labors aufgebrochen, Gasflaschen und andere gefährliche Objekte gelagert und laut Rektorat waren "Autonome" häuslich eingerichtet, die mit der Universität nichts zu tun haben. Auch wenn die Hintergründe und der genaue Ablauf der Beendigung nicht geklärt sind, ist es ein schönes Zeichen für die Studierenden in Graz, dass nun auch das letzte Kapitel der destruktiven Besetzungen geschlossen werden kann. Die Besetzung von Hörsälen und anderen Lehrplätzen wurde ja, auch durch tatkräftige mediale Intervention der AktionsGemeinschaft Graz, bereits im Dezember beendet, das Rektorat stellte aus gutem Willen noch das aufgelassene Pharmaziegebäude für die wenigen unbelehrbaren Besetzer zur Verfügung. Damit fügt sich Graz in das österreichweite Bild ein, dass die Proteste vorbei sind und die "uni-brennt-Bewegung" endgültig das Zeitliche gesegnet hat. Auch in den meisten anderen Uni-Städten sind die Proteste und Besetzungen nach Ende der medialen Berichterstattung zurückgegangen, und die Studierenden können ihre Hörsäle endlich wieder für Lehrveranstaltungen nützen. "Es ist ein sehr wichtiger Schritt, dass die destruktiven Besetzungen und aktionistischen Proteste vorbei sind, damit die gewählten Interessenvertreter der Studierenden, also die Mitarbeiter und Mandatare der ÖHs in Österreich, mit den Schaltstellen der Politik endlich sachlich verhandeln können. Nun werden die positiven und konstruktiven Gespräche der AktionsGemeinschaft mit Vertretern der Politik und der Universitäten nicht mehr durch aktionistische Vandalenakte und linkslinke Parolendrescherei behindert!", freut sich Frank Schiefersteiner, Obmann der AG Graz, über den Sieg der konsensorientierten Studierendenvertreter. "Die Besetzung in Graz wurden vom Rektorat angeblich wegen zweckentfremdeter Nutzung der Räumlichkeiten und sicherheitsgefährdenen Koch- und Elektorinstallationen der Besetzer und wegen der Sachbeschädigung durch die Graffiti-Aktion vorläufig untersagt. Auch waren zum Zeitpunkt eines Lokalaugenscheins keine Studierenden anwesend. Gott sei Dank ist das Rektorat hier endlich auf die Linie der AktionsGemeinschaft Graz eingegangen, und hat diese Farce beendet!", ist auch Jan Schifko, Fraktionssprecher der AG Graz, sichtlich erleichtert, dass die von den linken ÖH-Fraktionen unterstützen Besetzungen nun nur mehr von zeitgeschichtlichem Interesse sind. Es bleibt zu hoffen, dass die Gespräche der ÖH-Vertreter mit dem Wissenschaftsministerium und anderen Zuständigen erfolgreich verlaufen und die sinnvolle Kritik am österreichischen Bildungssystem auch bei den Verantwortlichen ankommt. AktionsGemeinschaft Graz - für konstruktive Studierendenvertretung! |